Mittwoch, 2. Juni 2010

Heiße Quellen, Tongariro und ein Knöchel

Endlich konnten wir die Fesseln des Alltags abstreifen, die Hölle des Packhaus hinter uns lassen und aufbrechen zu neuen Abenteuern.
Ganz so extrem war das alles zwar nicht, trotzdem waren wir froh, als in dem Rückspiegel Opotiki hinter Hügeln und Bergen verschwand. Auch wenn wir wieder einmal eine Menge guter Freunde hinter uns lassen. Vier sind allerdings erstmal mit dabei: Das Französisch/Dänische „couple“ Gorm und Julie und die zwei Französinnen Julie und Tifan. Sie werden uns in den nächsten Tagen begleiten, bis jeder wider seine Wege geht.
Als erstes ging es für uns Richtung Süden, nach Rotorua (Dort sind Rico und Ich schon das dritte Mal). Da die Temperaturen manchmal schon einstellige Werte erreichen, suchten wir nach heißen Quellen. Von einem Kiwi haben wir einen Tipp bekommen, wo man „Hot Pools“ findet, für die man nicht zahlen muss. Ohne lange zu suchen stoppten wir, kurz vor einer Brücke, einer nur wenig befahrenen Straße.
Allein der aufsteigende Wasserdampf und ein Schild, das vor heißem Wasser und Schlamm warnt, lieferten einen Hinweis darauf, dass es kein gewöhnlicher Fluss ist, der unter der Brücke rauscht.
Langsam wagten wir uns in das gut temperierte Wasser und nach kurzem suchen hatten wir auch schon die richtig heißen Stellen ausgemacht. Und… was soll ich sagen? Awesome!!!
Bei gefühlten acht Grad an der Luft tauchen wir in einen angenehm heißen Fluss ein, wie im Whirlpool. Nur mit weniger Menschen, weniger Chemikalien, weniger Bakterien aber dafür mit einem Bier. Cheers!
Nach etwa einer Stunde war das Wasser zwar immer noch heiß, trotzdem reichte es uns dann auch. Später sollten wir uns diese heiße Quelle sehnlichst wünschen.
Wir fuhren weiter bis kurz vor Taupo. Unterwegs besichtigten wir noch die „Huka Falls“, die Daniel und Ich vor etwa acht Monaten zum ersten Mal sahen. (Es hat sich nichts wesentlich verändert, immer noch Wasser das zehn Meter nach unten fällt)
Bei Taupo fanden wir eine große, abgelegene Wiese zum Übernachten. Allerdings wurde es schnell unglaublich kalt. Wir zogen alles an, das irgendwie wärmen könnte. Dazu zählte auch meine Weihnachtsmannmütze, die zumindest etwas half.
Ich schlief mit zwei Schlafsäcken und überlegte trotzdem noch, in die Hülle meines Surfboards zu kriechen. Es war aber eben noch auszuhalten. Am nächsten morgen planten wir um sechs Uhr auszustehen um früh zum Tongariro Crossing zu fahren, wenn das Wetter denn schön sei. Als um sechs mein Wecker klingelte, dachte ich erst, es wäre furchtbar nebelig. Bei genauerem hinschauen musste ich aber feststellen, das alles mit einer dicken Eisschicht überzogen war.
Jetzt wünschten wir uns zu den heißen Quellen zurück. Stattdessen mussten wir versuchen mit unseren Gaskochern unsere Vans aufzutauen. Etwa sieben Uhr war es, als wir Frühstückten und uns langsam Richtung Tongariro Crossing machten. Viele Kleinigkeiten waren Schuld, dass wir erst gegen elf beim Tongariro Nationalpark ankamen.
Auf Grund von Eis und Schnee auf der Spitze, planten wir den Track erneut nur zur Hälfte zu laufen, diesmal aber das Stück, das Rico und Ich noch nicht kannten.
Nach einer Stunde Wanderung durch einen Wald, ging es auf einem gut befestigten Weg bergauf. Bald überwanden wir die Baumgrenze und ein wunderschönes Panorama offenbarte sich uns. Es war der erste schöne Tag nach einer gefühlten Woche Dauerregen und sollte für lange Zeit auch der letzte schöne Tag bleiben.
Gegen vier Uhr erreichten wir die Seen, wo wir den erfolgreichen Aufstieg, der zeitweise über Schnee und Eis führte, mit einem Bier feierten. Beim Abstieg konnten wir den Sonnenuntergang bewundern, was leider dazu führte, dass es, als wir wider in den Wald kamen, ziemlich dunkel war. Wir hatten zwar alle Kopflampen dabei, allerdings war Ricos Batterie sehr schwach. Bei einem unvorsichtigen Schritt im Dunkeln knickte er um und kam nur noch humpelnd voran.
Nach einer regnerischen Nacht war Ricos Knöchel dick angeschwollen, was uns veranlasste nach Taupo ins Krankenhaus zu fahren. Die Ärztin konnte aber schnell Entwarnung geben und meinte, der Knöchel wäre nur verstaucht. Drei bis sieben Tage Pause und es müsste wider gehen.

Jetzt verbringen wir erstmal die nächsten Tage in Taupo, da Rico keine Tracks laufen kann und das Wetter sowieso nicht dazu einlädt.

Arohanui
Jan-Lasse









2 Kommentare:

  1. Glück gehabt Rico!! Der Knöchel sieht ja echt mitgenommen aus. War es die Dunkelheit oder zuviel Bier???

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  2. Eine Mischung aus beidem.^^

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