Sonntag, 9. August 2009

Wo sich 2 Ozeane treffen...

What a day!.
Am Samstagmorgen machten wir uns auf den Weg zum Cape Reinga, über den „Ninety Mile Beach“. Wir hätten natürlich auch eine Tour mit einem großen Bus buchen können, aber jetzt wo wir schon ein Auto haben dachten wir uns, wir wagen das Abenteuer.
Nach vier Kilometern hörte dann die geteerte Straße auf und ging in eine Schotterpiste über. Noch mal elf Kilometer später hörte auch die auf und die Straße ging am Strand, auf Sand weiter.
Der „Ninety Mile Beach“ ist der weltweit einzige Strand der auch als reguläre Straße geführt wird. Ein unglaubliches Erlebnis: Links die Brandung und rechts die Sanddünen und dazwischen kacheln wir mit unserem 16 Jahre alten Van mit bis zu 90 Stundenkilometer über den Sand. Fast schon pervers das so etwas erlaubt ist.
Bei einem Fels an dem sich die Brandung hoch auftürmte machten wir Halt, um Fotos zu machen. Als später die Straße am Strand endete mussten wir unseren Van durch ein Flussbett quälen. Auf etwa halber Strecke machten wir halt um unsere geliehenen „Sand boards“ zu testen. Während wir die Dünen hochkletterten und uns der Sand überall hinwehte bekamen wir eine ungefähre Vorstellung davon, wie es in der Wüste sein muss.
Von der Spitze der Düne sah die Landschaft sogar ein wenig nach Wüste aus. Nach zwei Abfahrten mit dem „Sand boards“ (das hochkletterten war unglaublich anstrengend und der starke Wind, der den Sand aufwirbelte, machte es nicht einfacher) wollten wir mit dem Van weiterfahren. Ich startete den Motor, gab Gas und … der Van bewegte sich keinen Zentimeter. Ich hatte ihn ausgerechnet dort gepackt, wo der Sand sehr weich und schlammig war. Alle vier Räder waren eingesunken und haben sich im Watt verankert. (Erst jetzt merkten wir dass unser Van Heckantrieb hat. Das erklärt das leichte übersteuern in Kurven auf Schotterpisten)
Auch als Daniel anschob bewegte wir uns nur in eine Richtung: Nach unten. Auch der Einsatz von Holz und Sträuchern um die Auflagefläche der Reifen zu vergrößern blieb Erfolglos. Aber die Ideen gingen uns nicht aus: Dank dem eifrigen Studium diverser Auto Fernsehsendungen wussten wir das wir nur noch eine Möglichkeit haben unser Auto aus eigener Kraft zu befreien: Wir mussten es ausgraben. Unsere Töpfe erwiesen sich dabei als ausgezeichnetes Grabwerkzeug.
Während wir da gruben kam ein „Kiwi“ vorbei, der mit seiner Familie im Geländewagen eine Ausfahrt über den Strand machte. Er signalisierte auch seine Hilfsbereitschaft, nur fehlte ein Seil womit er uns hätte rausziehen können. Er machte sich also wieder auf den Weg um andere Strand Besucher nach einem Seil zu fragen. Kaum war er los gefahren, kam ein anderer Neuseeländer in seinem Allradbetriebenen Van vorbei. Er bot uns seine Hilfe an, wollte für das Rausziehen aber 50$ . (Eine absolute Frechheit eine solche Notsituation derart auszunutzen !!! Ich kann mich drüber immer noch aufregen) Wir lehnten ab und gruben weiter die Reifen aus.
Wenig später kam auch schon der Fahrer des Geländewagens- leider ohne Seil wieder. Stattdessen bot er uns an beim Schieben zu helfen. Dankend nahmen wir an und schon holte er Frau und Kinder aus dem neuen, sauberen Geländewagen. War uns schon ein wenig unangenehm dass alle in ihren sauberen Klamotten durch das Watt stiefeln mussten. Mit vereinten Kräften konnten wir dann unseren Van befreien. Das war mal wieder ein Musterbeispiel für die große Hilfsbereitschaft der „Kiwis“.
So konnten wir unseren Weg zum Nördlichsten Punkt Neuseelands fortsetzen, natürlich erst nachdem wir uns ausführlich bedankt haben. Nach ein paar Fotos vom Leuchtturm und vom Wegweiser, machte ich den Fehler meine Kamera in die, noch immer von den Sanddühnen sandige Hosentasche zu stecken. Dieser sch… feine Sand hat sich überall festgesetzt und das war es dann mit den Fotos. Was für ein Mist!
Der Rückweg zum Hostel erfolgte dann Problemlos. Ab morgen geht es dann wieder südlich: Erst besichtigen wir die Mammutbäume und treten dann unseren WWOOFING (Arbeit gegen Unterkunft und Verpflegung) Platz in Warkworth an.

Euer JL

















4 Kommentare:

  1. Guten Morgen oder für Euch ja gute Nacht.
    Jetzt weiß ich wofür eigentlich die Geländewagen in Deutschland gebaut werden.Nicht für die Teststrecken in Wolfsburg sondern für den Strand in Neuseeland ,damit man nicht mit Töpfen das Auto ausbuddeln muss.
    Wichtig ist es immer einen Plan B zu haben.
    Ich wäre gern über den Strand gefahren, die Aktion mit dem Ausbuddeln des Autos hätte ich aber lieber Euch überlassen.
    Ihr lernt der richtige Parkplatz ist entscheidend.
    Sollte Euer Anlasser mal kaputt gehen ,dann immer auf dem Berg parken,zweiten Gang ein und weiter geht es.
    Wirklich tolle Berichte die Lust auf einen Erlebnisreise durch Neuseeland machen.
    Genießt Euren Aufenthalt und behaltet auch bei Schwierigkeiten möglichst den Humor oder zumindest den klaren Kopf für den Plan B

    Norbert

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  2. Moin, moin, was für ein Strand!
    Der Bericht zeigt, Glotze gucken bildet und bereitet auf das Leben vor:-) Sollte der geschäftstüchtige Geländewagen Fahrer vielleicht ein ausgewanderter deutscher Gebrauchtwagenhändler sein? Zum Glück gibt es ja auch freundliche Mitmenschen ohne Dollar Zeichen im Auge. Viel Spaß weiterhin Bianca

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  3. Hallo ihr zwei :)
    Das mit den "Sand Bords" würde ich auch gerne mal testen! Das muss unglaublich sein...
    Vielleicht sollte ich das nächste mal,wenn ich durch die Programme zappe bei einer Auto Fernsehsendung halt machen :D
    Viel Spaß euch noch!
    Liebe Grüße Paula (=

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  4. Genial, Jungs, richtig was los bei Euch! Viel Mut und Durchhaltevermögen weiterhin! Hansi

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