Sonntag, 2. August 2009

Gen Norden

Es ist viel passiert in den letzten Tagen, aber der Reihe nach.
Nach dem Handschlagkauf des Autos am Sonntag und der anschließenden Besichtigung von Mount Eden wollten wir Montag das Auto bezahlen und auch sofort aufbrechen. Dieser Plan wurde aber durch Probleme mit der Kreditkarte vereitelt. Stattdessen deckten wir uns mit Schlagsäcken und Campingzubehör ein. Dienstag waren dann die Probleme mit der Kreditkarte beseitigt und ich machte mich allein auf den Weg das Auto zu kaufen. Daniel hatte mal wider ein Down (zum Glück keine Schweinegrippe^^). Mit einem großen Batzen Geld, 100 Dollar ist das größte was die Neuseeländer haben, bezahlte ich den Bus und wurde stolzer Besitzer eines Mitsubishi Bus L300, Baujahr 1993 mit 280.000 Kilometer auf dem Tacho.
Wieder in der Hostel bekam ich von einem Französischen Mitbewohner, der eine Frisörlehre abgeschlossen hat, das Angebot auf einen gratis Haarschnitt. Er bräuchte mich für eine „Demonstration“ bei einem Frisörladen, wo er einen Job in Aussicht hat. Da ich einen Haarschnitt sowieso nötig hatte und dieser nun mal gratis war, willigte ich ein. Die gute Nachricht ist nun das es keine Glatze geworden ist, die schlechte, dass mich von einer Glatze zum Teil nur wenige Millimeter trennen. Letztendlich bekam der Franzose ein Jobangebot für nächsten Monat und ich einen gratis Haarschnitt, mit dem ich problemlos in die Army aufgenommen werden würde.
Abends berichteten wir der „Hostelmutter Hannes“ zum vierten Mal, dass das definitiv die letzte Nacht wird. (Ich glaub er war froh uns los zu sein, er hat nämlich jeden Tag die Betten neu bezogen weil er dachte wir würden fahren).
Am Mittwoch packten wir dann unsere Sachen und verabschiedeten uns von den anderen Hostelbewohnern. Eva und Anna, mit denen wir anreisten, Erik und Sascha, zwei „Ossis“ die wir in der Hostel trafen und schwer in Ordnung sind und zu guter letzt von der „Hostelmutter Hannes“.
Wir verließen Auckland in Richtung Norden mit Ziel Cape Reinga, dem nördlichste Punkt Neuseelands. (Zum verfolgen klickt auf „Route“)
Zu den Straßen in Neuseeland sei gesagt: Es gibt nur einen „Highway“ und der ist eine bessere deutsche Landstraßen, nur Kurvenreicher. Unser Van säuft bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern etwas über 10 Liter. Mit dem Linksverkehr kommt man klar so lange man immer an „Keep Left“ denkt.
Nach einigen kleineren Zwischenstopps machten wir eine größere Pause im Dorf Sandspit. Ein ruhiges Dorf wo auch die ersten Fotos unseres Vans entstanden. Auf den folgenden Kilometern unser erster defekt: Doppelter Steinschlag, genau im Sichtfeld der Fahrers. (Was für riesen Krater) Das kann ja noch Teuer werden.
Nach einer Vielzahl kleinerer Zwischenstopps entschieden wir uns in der Nähe von Whangarei im Auto zu schlafen. Der Parkplatz neben dem Highway war komplett verlassen und wunderschön an einem Fluss gelegen. War es abends als wir in unsere Schlafsäcke krochen noch schön warm, viel die Temperatur in den nächsten Stunden so drastisch das wir von der Kälte geweckt wurden. Bei geschätzten 5, gefühlten minus 10 Grad, zogen wir uns in den Schlafsäcken noch Pullover und Fließjacke über. (Wie wir später feststellten haben wir einige Löcher im Boden, was die Wärmedämmung doch recht stark beeinflusst) In dieser Nacht reiften bei mir zwei Feststellungen:
1. 25 € waren zu wenig für einen Schlafsack im Winter und 2. ein 1,86m Mann passt nicht vollständig in einen 1,80m großen Schlafsack.
Nach einer kühlen Nacht besichtigten wir die Whangarei Falls. Eine surreale Landschaft, die auf den wunderschönen Bildern nicht annähernd so schön rüberkommt. Gegen Mittag machten wir uns weiter Richtung Norden (hier wird es ja wärmer desto weiter man gen Norden fährt). Wieder einige Zwischenstopps später, bei denen wir die unglaubliche Landschaft besichtigten, haben wir uns in eine Art tropischen Regenwald verirrt. Die Schotterpiste schlängelte sich durch Hügel und Berge und so langsam ging unser Diesel zu neige. Ein freundlicher Kiwi klärte uns dann auf, das diese Straße im Nirgendwo endet und wir genau den gleichen Weg zurück mussten. Mit den letzten Tropfen Sprit erreichten wir dann die Zivilisation und konnten auftanken. (Daniel hatte schon zum Vodka gegriffen, um noch schneller der Situation mit einer Kiwi-Gelassenheit zu begegnen)
Wir fuhren weiter Nördlich und kamen gegen Nachmittag in eine atemberaubend schöne Bucht. In den Wellen nahm ich mein erstes Bad. Ziemlich kalt, aber super Wellen. Fehlte nur ein Surfboard. Es folgte ein typisches Backpacker Abendbrot mit Spaghetti und Bohnen aus der Dose, auf dem Gaskocher zubereitet. Als wir uns auf eine Nacht am Strand vorbereiteten wurden wir recht unfreundlich von einer Frau vertrieben. Vermutlich war sie vom Campingplatz nebenan und wollte sich von Wildcampern das Geschäft nicht kaputt machen lassen. Aber unfreundliche Menschen gibt es anscheinend überall. So fuhren wir zwangsweise weiter und fanden einen anderen Parkplatz wo wir eine ungestörte und nicht ganz so kalte Nacht wie die erste verbrachten.
Am Freitag zog es uns dann noch weiter Nördlich bis wir uns in dem etwa 500 Seelen Dorf Pukenui ein Hostel nahmen. Wir bezahlten für zwei Betten in einem vierer Zimmer, da das Hostel aber wenig besucht ist, sind wir zu zweit. Das Hostel ist direkt am Wasser gelegen oder vielmehr an einer Klippe. Vom Zimmer aus können wir auf Berg und den Hafen in der Bucht sehen. Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Es ist einfach wunderschön! Mindestens genauso schön war aber auch das Gefühl einer warmen Dusche und frische Sachen anziehen zu können.
Samstag wollen wir zum Ninety Mile Beach und Sonntag dann wider südlich fahren um bei Warkworth unsere Wwoofing Stelle anzutreten.









































2 Kommentare:

  1. Wunderschöne Bilder! Es ist wirklich eine Freude die Reise ein Stück miterleben zu können.
    @neue Frisur: sieht doch recht gut aus und ein großer Vorteil ist, dass keine Kopflaus mit Verstand sich bei Dir heimisch fühlen kann.
    @Schlafsack: Ich empfehle dringend sich noch einen vernünftigen Schlafsack zu kaufen, den anderen kannst Du ja wahlweise als Decke oder Putzlappen benutzen.
    Ich sehe gerade bei Euch ist es ja bald Zeit aufzustehen, viel Spaß bei der Arbeit. ( das war jetzt nur ein klitzekleines bisschen gemein!) Bis bald
    Bianca

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  2. Bin ganz begeistert eure Reise im Web mitverfolgen zu können. Es ist ja schon abenteuerlich, was ihr erlebt. Toll, dass ihr das macht. Ich wünsche euch weiterhin Spaß und spannende Erfahrungen.

    Habe eure Berichte für meine Eltern ausgedruckt, da sie ja keinen Internet-Zugang haben. Meine Mutter ist ganz überwältigt, was ihr alles erlebt. Meine Eltern wünschen euch alles Gute für die weitere Reise.

    Herzliche Grüße aus Hannover

    Helga

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